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Seite 1 von 2  Er gehört zu den bekanntesten Hip Hop Produzenten Deutschlands und macht momentan mit seinem zweiten Longplayer „Movement“ ...
... nicht nur seinen Kollegen Konkurrenz. Monroe ist lange genug dabei, um zu wissen, dass man als Musikproduzent heute einen Schritt nach vorn wagen muss und neben dem Beatbauen auch das Business beherrschen muss. Wenn auch Letzteres ihn weniger amüsiert, denn angefangen hat alles mit der Liebe zur Musik. Wir trafen den gebürtigen Oldenburger zwischen streßiger Promotion-Tour und entspanntem Familienurlaub und sprachen mit ihm unter anderem über seine Zukunft im Hip Hop, ob es sich leichter mit Freunden oder Fremden arbeitet und natürlich auch über seine neue LP. Am Ende verriet uns Monroe noch sein persönliches musikalisches "Best Of 2009" und hat für WildstyleMag Leser eine Überraschung im Gepäck. WildstyleMag: Du hast 1999/2000 deine ersten Demotapes auf den Markt geworfen. Wenn du die Zeit damals mit heute vergleichst, wie hat sich das Musikbusiness für dich im Wesentlichen verändert?
Monroe: Also, zu dem Bizz von ‘99/2000 kann ich eigentlich nur als Fan bzw. Außenstehender oder Beobachter etwas sagen. Ich weiß nur, dass damals selbst RAG 30.000 Einheiten oder LaFamilia 10.000 Vinyl-Singles verkauften, womit man ja heute bekanntermaßen die Pole erreichen kann oder zumindest die TopTen. Seit meinen ersten deutschlandweiten Releasen 2003 bzw. seit "Monstershit" 2005 sind die Verkaufszahlen aber auch nochmals mies eingebrochen, wie ja jeder weiß. Und selbst die “kleineren“ Künstler, die damals ja anständige 5.000 Einheiten losgeworden sind, haben es jetzt noch schwerer. Und dementsprechend ist es natürlich auch für Producer schwieriger, anständige Preise für die zeitintensive Arbeit verlangen zu können. WildstyleMag: Würdest du sagen, du bist heute mehr Business-Mann als Musiker? Hat sich die Gewichtung im Gegensatz zu früher verlagert?
Monroe: Überhaupt nicht. Das war vielleicht mal ein Jahr oder zumindest ein paar Monate lang so, als ich wirklich weniger Beats hatte, als Leute haben wollten und einfach von jeder Beat-CD Sachen gepickt wurden. Da ist es ja klar, dass man gucken muss, wo man was platziert. Inzwischen hat sich das aber so normalisiert, dass ich eigentlich wieder ausschließlich mit Liebe zum Detail und zur Musik produziere, wie man auf meinem Album glaube ich auch ganz gut hören kann.
WildstyleMag: Kannst du dir vorstellen auch noch in zehn Jahren im Hip Hop Business aktiv zu sein?
Monroe: In zehn Jahren vermutlich nicht. Zumindest nicht Vollzeit bzw. nicht als einzige Einnahmequelle. Schließlich will ich ja nicht, dass meine Kinder hungern müssen. Aber Musik werde ich in irgendeiner Form mit Sicherheit immer machen. WildstyleMag: Gab es Tiefpunkte während deines Produzenten-Daseins, wo du dachtest, du hast keinen Bock mehr?
Monroe: Streckenweise ein bisschen Langeweile gab es vielleicht schon. Und ich will auch gar nicht rummeckern, aber mir fehlt momentan auch ein bisschen der freshe Nachwuchs, der auch mal mit Skills beeindruckt und nicht, indem man einfach mit was um die Ecke kommt, was nochmal stumpfer, nochmal radikaler und nochmal langweilig-möchtegern-provokativer ist. Aber Timeless ist nice. Und die Schwerpunkte der Redakteure, nichts gegen Dich, kann ich sehr oft auch absolut nicht nachvollziehen. Warum immer so ein Wind, um so unglaublich belanglose Künstler? Nur um unbedingt etwas Neues zu haben? Verstehe ich nicht. WildstyleMag: Was hindert dich daran in den Bereichen Pop oder Rock als Produzent aktiv zu sein? Ich stelle mir vor, dass es dort finanziell sicher um einiges Lukrativer zugeht.
Monroe: Rap ist halt einfach meine Musik, meine Lieblingsmusik. Das wird sich auch nie ändern. Und abgesehen davon, ist es auch das, was ich am Besten kann. Aber ich habe auch schon an Pop und R’n‘B-Sachen gearbeitet. Zurzeit arbeite ich gerade mit Dennis (Anm. Red: Dennis Haberlach, DSDS Kandidat 2007) an einem ganzen Album abseits des Hip Hop’s.
(Foto: Martina Cyman)
WildstyleMag: Würdest du sagen, dass heute nur diejenigen eine Chance haben, die große finanzielle Möglichkeiten haben oder die, mit einer Menge Talente? Sei es Produzent oder Rapper? Monroe: Definitiv sind die finanziellen Möglichkeiten aus meiner Sicht wesentlich wichtiger. Wenn ich einen vollgestopften Marketingplan mit Co-Ops und Bauzaunplakatierungen zusammen mit einem Video einreiche, ist das wichtiger, als der gute Song oder das Video. Wobei die Künstler mit größeren finanziellen Möglichkeiten zwar mehr präsent sind, aber ja meist trotzdem nicht recoupen - nur halt auf höherem Level.
WildstyleMag: Du hast in den vergangenen Jahren mit vielen Künstlern zusammengearbeitet. Sind da auch Freundschaften entstanden? Monroe: Mit den meisten Freunden wie Separate war ich dann ja auch vorher schon befreundet. Mit den Leuten, mit denen es weniger Kontakt gab und mehr um Musik ging, ist das Größtenteils auch so geblieben. Die Einzigen, bei denen sich das neu entwickelt hat, sind Laas Unltd. und Ercandize, zu denen ich inzwischen auf jeden Fall ein sehr freundschaftliches Verhältnis habe und die ich vorher eigentlich kaum bzw. gar nicht kannte. Auch Eko ist „my man“ und mit Kingsize chill‘ ich auch privat bei ihm in Kölle.
WildstyleMag: Arbeitet es sich leichter mit Freunden oder Fremden? Monroe: Sehr gute Frage. Beides hat Vor- und Nachteile. Die Musik-Chemie kann aber auf jeden Fall unabhängig von der Freundschaft stimmen oder trotz Freundschaft auch nicht so gut sein.
WildstyleMag: Du bist dieses Jahr mit deinem zweiten Mixtape an den Start gegangen. Im Gegensatz zu Your Favourite Rappers' Favourite Producer, was 2006 released wurde, hast du dir für Movement gleich einen Haufen exklusiver Features geholt. Wann hast du für dich entschieden, so ein Album zu machen? Was war der ausschlaggebende Punkt?
Monroe: Bei YFRFP waren ja auch fast nur exklusive Sachen drauf. Allerdings waren der Produktionsprozess und die Musik lange nicht so ausgereift und gut abgestimmt wie bei Movement. Ich hab mich so im April dazu entschieden, weil mich die meiste Mucke einfach angekotzt und gelangweilt hat und ich einfach was machen wollte, was es aus meiner Sicht in der Form nicht mehr gibt. Nämlich richtige Rapper, die auch wirklich rappen können und nicht durch irgendeinen Schwachsinn von sich reden machen. Straighte Rap-Verse, klassisch inspirierte Beats, aber auf 2009-Level ohne auf Backpacker zu machen und ohne die Hip Hop-Polizei zu holen, gepaart mit Hit-Hooks, gesungen von richtigen Sängern.
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