| Shiml - "Rap bringt auch unangenehme Dinge mit sich" |
| Geschrieben von: Pauline Staigle | |
| Sonntag, 10. Mai 2009 um 22:40 | |
![]() 25/250 - Gesichter deutscher Rap-Kultur: Normalerweise orientieren sich Jugendliche in Bezug auf ihre Mode, ihren Musikgeschmack,... ...ihren gesamten Lifestyle stark an ihren Peer-Groups. Der Begriff "Peer-Group" bedeutet soviel wie "Gruppe von Gleichaltrigen" oder "Gruppe von Gleichgestellten" und kommt aus der Jugendsoziologie. Diese so genannten "Peers" übernehmen wichtige Sozialisationsfunktionen, positiver wie negativer Natur. Der große Einfluss der Peer-Groups auf Heranwachsende erklärt sich vor allem auch durch ihre Funktion als Mittel zur Emanzipation vom Elternhaus. Dass man sich aber auch manchmal von seinem eigenen Freundeskreis emanzipieren muss, lernen sollte, seinen eigenen Weg zu gehen und welche Rolle Rap für ihn dabei spielte, erzählte Selfmade Records-Artist Shiml, als ich ihn zum Interview in Berlin-Kreuzberg traf.WildstyleMag.com: Ich habe gelesen, du kommst nicht aus einem Umfeld, in dem man automatisch zum Rapfan wird. Was bedeutet es dir heute, Teil der deutschen Rapszene zu sein? Shiml: In meinem Freundeskreis hat kaum einer Rap gehört. Ich habe ganz alleine den Spaß daran entdeckt. Ich hatte schon immer viel zu sagen, ich habe schon immer gerne gelabert und diese Musikrichtung bietet eine wunderschöne Möglichkeit, das auszuleben. Ich habe dann auch irgendwann in der Rapsszene meine Freunde gefunden, gemeinsame Interessen verbinden ja sehr, gerade wenn man jung ist. In der Szene habe ich viel erlebt und mich weiterentwickelt, Parties gefeiert und neue Horizonte entdeckt. Das bedeutet mir auf jeden Fall viel. Man muss sagen, die Szene ist heute sehr breit gefächert und es kommen immer mehr Leute dazu, die nicht aus der ursprünglichen Rapszene stammen, sondern aus verschiedenen Richtungen dazu stoßen. Rap ist sehr wichtig für mich, weil ich das da hineingepackt habe. Das war ein Hobby. Und viele Freunde von damals hatten so ein Hobby eben nicht, hingen herum und fingen an Scheiße zu bauen. Bei uns dagegen war das so, dass wir, wenn wir nichts zu tun hatten, uns den ganzen Tag im Keller eingebunkert und Musik gemacht haben. Das hat mir damals wirklich geholfen. Eine Tour zum Beispiel macht wahnsinnig viel Spaß, aber das sind drei Wochen Urlaub, aus denen du zurückkommst merkst, dass du völlig gerädert bist. Irgendwann müssen sich die Beweggründe dann ändern, weil es halt nicht immer Spaß ist. Mittlerweile treibt mich natürlich auch an, bekannter zu werden, mich als Musiker weiterzuentwickeln und vor allem neue Dinge in der Musik machen.
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