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Review: Dave Sparkz & Wodoo Wolcan – High Rollers (Digital/Vinyl, Radio Juicy) [Stream]

von Slick die Ratte am 28 Mrz. 2014 in Allgemein|Stream
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Die Tracklist heutiger Boom-Bap-Releases – endlose Weiten… Mehr als zwei Dutzend Beats, so kurz, dass man in einem Moment der Unachtsamkeit schon mal ein ganzes Stück verpasst hat, weil man sich gerade mit etwas anderem beschäftigt hat, aber vor allem so kurz, dass man gerade erst „drin“ ist als Hörer und dann schon wieder etwas Neues serviert bekommt. Weiter, weiter, neu, neu, nichts bleibt richtig hängen und befriedigt angemessen. MCFit, MC Donalds oder andere MCs lassen grüßen!

 

In diese Kerbe schlägt auch der gemeinsame Release von den Schweizern Dave Sparkz & Wodoo Wolcan auf dem Label Radio Juicy. Ein Release, der soundästhetisch genau zu diesem Label passt, keine Frage. „Abwechslungsreiche Beats“ werden versprochen, doch wo steckt der Abwechslungsreichtum in dem altbekannten dusty Jazzsample-Sound? Abwechslungsreich ist der Release lediglich auf Grund der kurzen Lauflänge seiner Tracks.

Format: digital/Vinyl, Kassette

Der Release ist keineswegs schlecht. Die Samples sind wunderbar gepickt, die Pianos machen Spaß, der jazzige Vibe ist immer wieder schön, das Kopfnicken ist ohnehin tief in der DNA von Hip Hop verwurzelt. Aber alles wirkt flüchtig, vergänglich und vor allem austauschbar. Wer sind diese Produzenten, was zeichnet sie aus? Auch ein Wun Two fröhnt dem Minimalismus, aber immerhin ohne Kompromisse und macht daraus eine regelrechte Tugend, ein eigenes Konzept. Bei aller Liebe für kurze trockene Jazz-Beats alter Schule: Es gibt sie an jeder „Straßenecke“ auf bandcamp. Man wird überflutet mit dem Immergleichen!

Unter die Tracks mischen sich dann noch Remixes von ebenso altbekannten Songs, die ebenso halbgar verwurstet werden: Eine Strophe von Buckshot & 9th Wonders „No Comparison“ auf den Beat geworfen und dann ist auch schon Ende. Liebloser Fast Food? Ja!

Und es soll wirklich nicht flapsig klingen, aber woher weiß man bei so minimalistischen Stücken, wann es ein Interlude und wann ein richtiger Track ist?

Fazit: Dieser Release ist leicht zu genießen und unterhält kurzweilig. Dennoch bleibt die Frage: Muss man diesen Allerweltsrelease aus Samples auf einem jungen aufstrebenden Label veröffentlichen und auch noch auf Vinyl pressen? Insofern empfinde ich Mitleid für die abertausend Boom-Bap-Produzenten von Indonesien bis Amerika, die auch genau diesen Sound 1-zu-1 liefern, aber keinen Deal bekommen.

Denn was bleibt nach diesen ständig wechselnden und neu aufschäumenden Fluten von Samples und Vocals im Gedächtnis? Eigentlich so gut wie nichts und das ist doch schade für alle Beteiligten!

Den ironischen Schlusspunkt der Vinyl-Version setzt dann ausgerechnet die Aussage: „I just dont wanna hear it anymore, that’s all!“

 

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