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Konzertbericht: Amewu in Trier [Photos]

von Slick die Ratte am 02 Jun. 2013 in Allgemein|Photos
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Amewu x S-Rok 1

Slick und unser Gastschreiber auf Probezeit Daniel Wittig haben sich Amewus Konzert in Trier angeschaut, das den Auftakt zu einer Reihe Konzerten des Berliner Rappers darstellt. Alle Termine findet ihr hier. Besten Dank an den Photographen Marco Piecuch!

 

Amewu hat mit „Entwicklungshilfe“ und „Leidkultur“ 2 der besten Rap-Alben veröffentlicht, die ich je gehört habe. Klar, dass ich mir den Gig in Trier nicht entgehen lassen konnte. Als Kick-off konnte mich die Crew ADS aus Oldenburg nicht so recht begeistern. „3 Schüsse in die Luft, und Du hast wieder was gelernt!“ ?!? Zeit für die Künstler aus dem Hause Edit. Ent:

S-Rok

S-Rok’s deepe Texte, Double- und Triple-Times und Technik überzeugten. Schade, dass die Texte zum Teil nicht sehr gut zu verstehen waren. Sein 5-minütiger „show me what you got freestyle“ setzte ein deutliches Ausrufezeichen am Ende seiner Show und Amewu kam on stage. Es ist schwer, mit Worten zu beschreiben, was danach passierte. Ein perfekter Auftritt von Einem der Besten. Während andere MCs Ihre Texte aggressiv spitten, lässt er seine Texte, Double- und Triple-Times einfach fliessen. Dabei strahlt er selbst in anstrengenden Passagen eine innere Ruhe aus, die eine einzigartige Energie ausstrahlt. Die Unterstützung durch Trommel Tobi brachte zusätzliche Dynamik, sodass die Crowd selbst bei ruhigeren, nachdenklicheren Tracks nie zum Stillstand kam und mitflowen konnte.

Trommel Tobi

Ich könnte noch mehr schreiben, unterm Strich muss man es einfach erlebt haben! Abgerundet wurde das Ganze durch eine Aftershow-Party, die sich hören lassen konnte. Für mich ein perfekter Abend. DANKE !“

Daniel Wittig

 

„Unter dem an sich lobenswerten Gedanken „nicht immer dieselben Leute“ war die Oldenburger Formation ADS gebucht, die zwar nicht mehr im hohen Norden ansässig ist, aber dennoch verstreut aus Deutschland anreisen musste und sich zum Teil unangenehm verspätete. Letztendlich haben die Männer gezeigt, dass sie rappen können und sicherlich auch mit der ein oder anderen textlichen Gewitztheit aufwarten können, aber die Verständlichkeit war – wie so oft – mäßig. Wirklich enttäuschend waren nur die Beats, die ohne roten Faden nach wahllosem Internet-Download klangen. Sei’s drum, eine gute Vorgruppe in diesem klein abgesteckten Rahmen zu finden, die noch dazu auf Amewu Lust machen soll – das ist wahrlich viel verlangt.

Vorgruppe ADS

Amewus begleitender MC S-Rok hatte an diesem Abend richtig Lust, Freestyle um Freestyle, Acapella oder auf den Beat gedrückt, dazu noch eigene Lieder mit nachdenklichen, emotionalen Texten – sein Album „Weltverbesserer“ ist bei Edit im letzten Jahr erschienen. Doch das volle Potential auf Seiten des MCs entfaltete sich erst mit dem Nachvornetreten des Aushilfs-DJs Amewu.

Amewu und sein Publikum

„Entwicklungshilfe“, „Fenster zur Sprache“ und „Leidkultur“ – nahezu jedes Highlight dieser Veröffentlichungen wird vorgetragen und zwar so wie man es kennt, nichts krumm, kein Atemaussetzer, nur und alles im Fluss, über den Beat gleitend, alles ist Rhythmik. Liegestützen auf der Bühne zur Hook von „Training Day“ und weiterrappen; den sozialkritischen Track „Leidkultur“ so druckvoll vortragen, dass wirklich jeder mitgeht und die Macht der Worte spürt;  Ausrasten und Ekstase bei „Kleine Seelen“ oder „Maschine“; ein klein wenig Schunkeln und Mitwippen bei „Schnittmenge“; bei „Ontogenie“ wird jedem empfohlen, die Augen zu schließen, um den Track auf sich wirken zu lassen; mit „Wenn“ wird es tiefgründig, nachdenklich, keine Langeweile, stattdessen Gänsehaut.

Amewu

Als der Mann des Abends dann nach eigener Aussage ausgepowert wieder hinter dem DJ-Posten steht, um S-Rok noch etwas Raum zu geben, schießt zuallerletzt nochmal der Part der Splash-Mag-Cypher #5 durch den Raum, ehe das Mikrofon wirklich liegen bleibt – keine Wünsche mehr offen, definitiv nicht!“

Slick die Ratte

 

Weitere Stimmen und Meinungen aus dem Publikum:

Nette Leute, super Stimmung und der wahrscheinlich beste Live-MC Deutschlands. Besser geht nicht!“

„Es war nice zu sehen, dass so viele in Trier guten, ehrlichen RAP gefeiert haben. Hiphop ist tot und man kanns nicht mehr so fühlen „wie früher“?? Wer das behauptet, riecht nach Verwesung.

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