WildstyleMag.com

Benson Beatz – Chopped&Looped#1 [Interview]

von admin am 17 Okt. 2012 in Allgemein|Exclusive Interviews|Interviews|Stream
| Powered by Wild Style Shop!

Der Bochumer Produzent Benson Beatz ist für die musikalische Grundlage von Acts wie „Ben & Rome“ oder „D.O.P.E.“ zuständig. Wie sich das ganze entwickelt hat und, vor allem, wie das ganze weiter gehen soll, erzählt er Chopped&Looped im Gespräch und gibt dabei Einblicke in sein Schaffen.

Benson, das erste Mal kam ich mit deinen Beats auf dem “Ben & Rome” Album “Lockstoff” in Berührung… was habe ich vorher alles verpasst?

Bezogen auf unsere “Discographie”… nicht viel. Wir haben viele Jahre experimentiert, aber nie was “released”, so wie wir es bei Lockstoff gemacht haben. Im Nachhinein auch eine gute Entscheidung. (grinst)

Stichwort “experimentiert”: Wann entwickelte sich bei dir der Drang, Beats zu bauen?

Das kann man gar nicht so einfach sagen. Ich glaub mit 15 hab ich meinen ersten Plattenspieler bekommen, kurz darauf kam ein Kumpel zu Reason und so kam eins zum anderen.

Soundmäßig bist du dem Plattenspieler scheinbar treu geblieben, was lässt dich an Boom Bap festhalten?

Es ist in der Regel ehrliche, authentische Musik, die nicht immer perfekt ausproduziert ist. Mir gefällt glaub ich das Zeitlose an dem Sound und die Tatsache, dass man mit “wenig” viel erreichen kann. All about the skills. Oder wie Biggie sagte: “I let my tape rock till my tape pop!” (lacht)

Benson Beatz by Chopped&Looped

Es gibt nichts schöneres als knisternde Samples. Ganz nebenbei hast du dir auch noch Skills an den Plattenspielern angeeignet und übernimmst die Cuts bei deinen Projekten meist selbst. Hast du zeitgleich auch damit angefangen?

Das stimmt. Die ersten Jahre hab ich mich sehr stark für Turntabelism interessiert und auch immer viel gescratched und gejuggled, jedoch kam das Beatbauen immer mehr in den Vordergrund. Ob es zeitgleich war, kann ich dir gar nicht so genau sagen. Mit dem Samplen von Platte hab ich aber erst viel später angefangen. Meine ersten Beats waren alle selbst komponiert, also keine Samples.

Samplest du nur von Platte mittlerweile? Oder nutzt du auch andere Quellen?

Ich nutze auch andere Quellen!

Sobald man an die Geheimnisse der Beatbauer ran kommt, machen sie dicht, so ist das. Anderes Thema: D.O.P.E. mit Buddi. Wie kam es dazu?

Buddi hatte mich letztes Jahr gefragt, ob ich nicht Bock hätte, mit ihm eine EP zu machen. 5-8 Tracks oder so. Wir kannten uns flüchtig vom Rapstammtisch im ehemaligen “Zwischenfall” in Bochum (R.I.P). Jedoch wurden aus den geplanten 5-6 Songs satte 19 Songs und somit aus der EP eine LP!

Und wann darf man das gute Stück erwarten?

Wir wollen noch in diesem Jahr releasen, also dauert’s nicht mehr so lange (grinst)

“Lockstoff” kam als Download, “DOPE” soll’s als CD geben, wenn ich mich recht erinnere. Bleibt eine eigene Vinyl ein Ziel?

Ja, früher oder später möchte ich mir diesen Traum erfüllen. Koste es, was es wolle!

Wenn man guten Sound abliefert, bleibt das ja meist nicht unbemerkt. Wirst du viel angefragt?

Nein, eher “hin und wieder”. Und danke!

Und gibt es umgekehrt Künstler, mit denen du unbedingt noch arbeiten willst? Irgendein Rapper da draußen, wo für dich ein Traum in Erfüllung ginge?

Ach da gibts einige Rapper, die ich mal gern auf meinen Beats hören würde… aber son NAS wär schon fresh, ne!

Auf jeden Fall. Jetzt mal eine ganz beliebte Frage. Bekommen Beatproduzenten im Vergleich zu Rappern zu wenig Aufmerksamkeit? Wie siehst du das?

Zur Zeit geht der Trend ja eher dahin, dass sich die Leute wieder für die Produzenten interessieren. Veranstaltungen wie SAE Beat Fight oder andere Beat-Cyphers sprechen ja für sich. Aber realistisch betrachtet ist es ganz normal, dass der Rapper in der Regel mehr Aufmerksamkeit bekommt, ich finde das auch nicht schlimm!

Produzenten geben ja nicht immer gerne Einblick in ihr Schaffen. Womit arbeitest du mittlerweile, bist du bei Reason geblieben?

Ich hab sehr lange mit Reason gearbeitet, habe mir aber vor guten 3 Jahren den MPC-Traum erfüllt. Arrangiert wird aber in Cubase!

Wird es auch mal ein Benson-Produzentenalbum geben?

So in der Art… eventuell kommt irgendwann eine Instrumental-EP mit Scratcheinlagen. Mal gucken. Als nächstes steht aber erstmal ein weiteres Ben & Rome Projekt im Fokus.

Viele junge Producer sind am Anfang enttäuscht, weil ihr sie ihren Sound nicht so hinbekommen wie sie es sich vorstellen. Was würdest du ihnen mit auf den Weg geben?

„Don’t talk the talk if you can’t walk the walk“. Nee Spaß! Ich denke es gibt keine Musterlösung für guten Sound und auch keinen ultimativen Tipp ausser “Keep on”. Oder wie die Oma sagen würde: “Übung macht den Meister”.

Benson, ich danke dir für deine Zeit und hoffe auf baldigen Nachschlag aus deiner MPC. Dir gehören die Schlussworte.

Danke ebenfalls für dieses etwas andere Interview. Holt euch “Lockstoff” und “D.O.P.E.”!

Das könnte Dir auch gefallen...

Lass einen Kommentar da...

Kommentarfeld

Autoren

Archive

GRAFFITI: HALL OF FAME @ WILDSTYLE SHOP


Exklusiv-Gewinnspiele für Freunde!

WildstyleMag.com on Facebook