KnG – King nicht Gangster! [Interview]
von Slick die Ratte am 16 Jul. 2012 in Allgemein|Downloads|Interviews|Videos
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Der junge Henry Appiah rappt nun schon ein paar Jährchen. Sein Künstlername: KnG. 2010 gewann er einen Rap-Contest, der ihm einen Jam-Auftritt in Frankfurt bescherte, auf der u.a. DJ Premier und Afrob spielten. Nach seinem Video zu dem Song Egoperspektive und der dazugehörigen EP Thanks For Your Passion in diesem Jahr, wurden auch wir hellhörig und baten den Rapper aus Koblenz zum Gespräch. KnG über sein kommendes Debütalbum, Rassismus und den G-Punkt im Rap.
Herzlich willkommen beim WildstyleMag, KnG! Schön, dass du dir Zeit zum Plaudern genommen hast. KnG steht, wie ich gelesen habe, für King nicht Gangster. Kannst du uns erklären, warum lieber King als Gangster?
Ich würde das mit dem King jetzt nur auf den Bereich Freestyle eingrenzen, weil ich mich da halt ganz vorne mit dabei sehe, ohne eingebildet zu sein. Es ist ja auch alles nur Spaß, also man darf sich nicht zu sehr auf das King spezialisieren, mir hat der Name einfach gut gefallen.
Was mir bei dir positiv aufgefallen ist, ist, dass du kraftvoll und einfach hungrig klingst, wie man so schön sagt. Hast du mit Rap deine große Leidenschaft entdeckt?
Endlich mal einem dem es auffällt! Mein Album, was noch dieses Jahr rauskommt, wird Passion heißen und ich glaube, der Name ist berechtigt!
Dein Album ist ein gutes Stichwort. Nun hast du ja mit The Bad Black Man und Thanks For Your Passion zwei EPs abgeliefert, die sich durchaus sehen lassen können. Hast du vorab schon ein paar Informationen zu deinem Debüt Passion für uns parat?
Ich wüsste jetzt nicht großartig, was ich über Passion sagen sollte. Es wird halt sehr viel auf den Inhalt gelegt, wir haben auch schon die Hälfte der Tracks roh aufgenommen. Diesmal gibt es auch ein paar Gastbeiträge, aber erstmal abwarten, wen ich noch mit drauf nehmen möchte, es soll ja im Endeffekt mein Album werden. Aber ich bin selbst noch sehr gespannt, weil wir einiges noch geplant haben für Passion und ich hoffe, dass sich unsere Ideen auch umsetzen lassen, am besten 1 zu 1, wie ich sie im Kopf habe.
Du hast bisher Beats querbeet gepickt. Hast du für Passion oder weitere Projekte einen Produzenten im Auge, mit dem du mehr zusammen machen möchtest oder magst du die Abwechslung?
Also auf der Thanks for Your Passion EP sind zwei Amibeats drauf, die ich einfach nehmen musste, weil sie geil waren und ich bestand auch dadrauf, aber normalerweise halte ich nicht viel von Free Beats und Beats, die andere Künstler schon verwendet haben, abgesehen sie kommen auf ein Mixtape oder sowas. Ich mein Rappen geht immer, aber das Wichtigste ist halt der Beat. Produzenten, mit denen ich zusammen arbeite, sind Plukk.inn aus Köln, Tactics ist mein WG-Mitbewohner, Alex J aus Trier, Rackz aus Weißenthurm und ich hab natürlich auch noch einige andere Menschen kennen gelernt, die Beats machen. Aber nur mit einem arbeite ich nicht zusammen, dafür bin ich zu wählerisch. Aber ich würde gerne mal mit Snowgoons zusammenarbeiten.
Hast du auf der anderen Seite ein paar Wunsch-MCs, mit denen du gern mal etwas aufnehmen würdest, weil du ihren Stil magst? Wenn du es dir frei aussuchen könntest…
Schon einige, allerdings kenne ich auch genug Jungs, die so textlich und technisch viel drauf haben, die einfach nur underrated sind, weil sie keiner kennt. Ich kenn jetzt ansonsten nicht viele außergewöhnliche MCs. Natürlich Savas hat ne krasse Technik und neben ihm würde ich direkt unter gehen, aber für mich ist es wichtig, dass auch zwei oder mehrere Künstler auf einem Track zusammen harmonieren z.B. Ich hab mir vor kurzem einen Beat angehört und hab mir gedacht ‘ja krass der und der würden gut dadrauf passen und ein anderer vielleicht nicht’, aber das liegt nicht an den Skillz, sondern wie das einfach harmonieren würde, man braucht nur ein wenig Vorstellungskraft dafür und einen kleine Hauch Fantasie.
Es ist auch wichtig, dass der Vibe stimmt, den man zusammen findet. Ich bin zum Beispiel jemand, der chillt dann erst mal gerne mit einem anderen Künstler, bevor wir zusammen anfangen, Musik zu machen. Das heißt ich bin vielleicht 1 oder 2 mal die Woche bei andern im Studio, quatsch ein wenig mit denen, natürlich wird auch oft was getrunken oder anders abgeschossen, aber man muss einfach einen persönlichen Draht zu einem anderen Künstler entwickeln, egal ob MC, Sänger oder Gitarrist.
Themawechsel – Mir ist aufgefallen, dass von dir und deinem Umfeld schon mal Ereignisse mit rassistischem Hintergrund beklagt wurden.Ist Rassismus ein Thema, das dich sehr beschäftigt und dir auch persönlich begegnet? Auf Bad Black Man z.B. zeigst du einen spielerischen Umgang mit deiner Hautfarbe.
Auf jeden Fall ist das ein wichtiges Thema, aber ich finde da bin ich gut mit Blumio zu vergleichen, ich mein, der spricht auch von ernsten Dingen und seiner Herkunft, aber zieht das auch irgendwo wieder ins Lächerliche beziehungsweise verpackt das alles mit ein wenig mehr Humor. Es ist auch alles witzig, ich kenn unendlich viele Schwarzen-Witze, aber es gibt Dinge und Themen, die einfach nicht witzig sind und über die man nicht wegsehen darf. Ich möchte jetzt nicht groß rumreden, ich mein, ich bin echt froh hier in Deutschland zu sein, ich möchte auch von niemanden hören, ich hätte mich gut integriert, denn ich habe mich nicht integriert, ich bin hier geboren und kenne nichts Anderes. Ich bin nicht anders als der Uwe von der Fußballmannschaft oder Thorsten von der freiwilligen Feuerwehr. Kommentare wie: “Du sprichst aber gutes Deutsch” nerven einfach, das hat noch nicht viel mit Rassismus zu tun, aber es gibt immer noch viele Menschen, die total intolerant sind und das ist so. Das ist kein Gerücht oder eine Lüge, die ich verbreite, das ist so. Wie viele Kommentare ich schon lesen musste bezüglich meiner Hautfarbe und das nur im Internet, wo diese ganzen Forumkinder sich ganz stark fühlen, ich mich nur nicht auf so ein Level herablasse. Aber ja Rassismus finde ich schon ein wichtiges Thema!
Nun ist ja deine Heimatstadt Koblenz nicht gerade als Hip Hop-Hochburg bekannt. Wie sieht du selbst die Szene in der Stadt und Region und wie war bisher das Feedback der Leute zu deiner Musik?
Also ich sag mal so, in Koblenz kennt man mich größtenteils nur noch als “Rapper”. Feedback ist auch viel da, mittlerweile auch kaum noch Kritik, aber ich will raus aus Koblenz, ich will andere Städte kennen lernen und versuchen, live andere Städte überzeugen zu können.
Könntest du dir also vorstellen, in Zukunft in eine größere Stadt zu ziehen, um eine größere Szene und ein größeres Publikum für deine Musik zu finden?
Ich weiß nicht, es ist in einer heutigen Zeit sehr riskant, nur wegen der Musik weg zu ziehen. Natürlich hab ich schon oft mit dem Gedanken gespielt, aber ich will einfach versuchen, aus Koblenz rauszukommen ohne meinen Wohnort zu wechseln.
Auf einem Track rappst du “Rap ist wie ne Frau, ich habe den G-Punkt erreicht”. Ähm, wie erreicht man diesen Punkt bzw. was wäre für dich der G-Punkt im Rap?
Das bleibt mein Geheimnis, ein Koch verrät ja auch nicht seine Rezepte, haha.
Das kann der Zuhörer dann ja selbst herausfinden, indem er sich deine Musik anhört. Wir müssen an dieser Stelle für unsere Leser leider einen Schnitt machen, auch wenn es sicherlich noch viel zu bereden gäbe. Die letzten Worte gehören natürlich dir:
Danke für das Interview und hört mal in die Thanks for your Passion EP rein!
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Das Video zu Egoperspektive findet ihr hier im Mag!


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