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King Robbo vs Banksy: Eine kurze Geschichte der Freindschaft

von admin am 11 Apr. 2012 in Allgemein|Arts|Dokumentation|Gesellschaft|Videos
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Was wäre der tägliche Wettbewerb ohne einen anständigen Lieblingsfeind? Auf deutsch: Freind. In englisch: Frenemy – Zusammengesetzt aus Freund und Feind. Einer Mischung aus Wettstreit, abgrundtiefer Abneigung und doch Anerkennung des Gegners. Kennt man vor allem aus dem Fußball, den Rap Battles, oder aus dem wohl berühmtesten Graffiti War zwischen King Robbo und Banksy. Doch warum sind diese zwei, vom Style absolut unterschiedlichen Streetartists, überhaupt zu Feinden geworden? Ganz einfach: Sie liefen sich eines Nachts über den Weg..

Dabei hat der besonders in der Graffiti-Szene Londons gefeierte Sprayer King Robbo, Banksy angeblich nicht so respektvoll behandelt, wie der es gerne gehabt hätte. Woraufhin Banksy im Jahr 2009 beschloss, eines der ältesten Werke Robbo´s zu crossen (siehe Opener): Ein zu der Zeit 25 Jahre altes Piece am Regent Canal. Damit zerstörte er nicht nur eine Rarität, sondern ein Stück Graffiti-Geschichte. Respektloser geht’s nicht.
Das dachte sich auch Robbo, sprühte wiederum Banksy´s Werk über, dieser veränderte daraufhin abermals seines, bis die ganze Wand irgendwann nur noch schwarz über gestrichen und neu bemalt wurde.

Die Channel 4 Dokumentation „Graffiti Wars“, in der hauptsächlich King Robbo zu Wort kommt, erzählt die Geschichte dieses Art-Battles. Nicht nur das. Sie berichtet auch über Hintergründe, die einigen Banksy-Anhängern vielleicht noch nicht bekannt sind. Man erfährt, wie Banksy ziemlich dreist den französischen Streetartist Blek le Rat kopierte und wie seine große Karriere überhaupt begann. Im Vordergrund steht jedoch, wer eigentlich sein Lieblingsfeind King Robbo ist.

Geschadet hat die Channel 4 Dokumentation, Banksy nicht, auch wenn er sich bei dem Sender über ihren Versuch der Rufschädigung beschwerte. Im Gegenteil: Banksy ist, trotz seiner Blek le Rat-Kopien und seines respektlosen Verhaltens gegenüber Robbo, ein einfallsreicher und herausragender Künstler. Genau so wie King Robbo immer einer der ersten Graffiti-Pioniere Großbritanniens bleiben wird. Ihre Fehde und die Dokumentation darüber, hat beiden im Grunde nur zu noch mehr Ruhm verholfen. Von der King Robbo leider weniger hat, denn er befindet sich noch immer im Koma. Mehr dazu in der Doku.

Nachdem King Robbo ins Koma fiel, wurde vermutet, der Graffiti Krieg hätte nun sein Ende gefunden. Doch das Team Robbo, ein Zusammenschluss sprayender Anhänger des London Underground Graffiti-Kings, führt den Battle an seiner Stelle weiter. Wie zuletzt gesehen in einem Banksy´s neuerer Werke namens „Shop till you drop“. Letztes Jahr wurden in Londons Graffiti-Szene aber auch Stimmen laut, die behaupten, das Ganze sei nur ein PR-Gag, mit dem sich Robbo und Banksy gegenseitig unter die Arme greifen würden, um sich mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, wie ihr im Camden New Journal nachlesen könnt. Was davon nun der Wahrheit entspricht, werden wir vielleicht niemals erfahren.

Laut diverser Facebook- und Twitter- Meldungen des Team Robbo liegt der Graffiti-King mittlerweile im Wachkoma zu Hause. All the best, blessings and good luck to him and his family, an dieser Stelle.

Da Graffiti Wars auf Vimeo bereits gelöscht wurde, habe ich euch den You Tube – Link heraus gesucht. Die Banksy- und Robbo-Fans unter euch, sollten sich die Möglichkeit nicht entgehen lassen, diese Doku anzuschauen, bevor sie auch dort wieder verschwindet.

Noch dazu könnt ihr hier eine der letzten Aktionen des Team Robbo in Südafrika sehen.

by Kokee

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