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Blog Beam: Herr Merkt spricht über Hip Hop [Interview]

von Seff Wrights am 13 Jun. 2011 in Allgemein|Exclusive Interviews|Interviews
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Der “Blog Beam” ist eine neue Serie auf WildstyleMag.com, welche sich mit den Machern von Blogs und Magazinen befasst. Mein erster Gast ist Herr Merkt, Betreiber des Blogs “Herr Merkt spricht über Hip Hop“.

Hallo Martin. Ich denke die meisten Anhänger des deutschen Rap kennen deinen Blog “Herr Merkt spricht über Hip Hop”. Kannst du mir etwas über die Geburtsstunde dieser Institution sagen.

Eine gute Frage. Leider kann ich nicht mit einem genauen Geburtsdatum dienen, da seinerzeit noch nicht absehbar war, dass es einmal zum Trend werden würde, jedes Jahr Bloggeburtstag zu feiern und sich in diesem Rahmen ein wenig selbst zu loben.

Was ich allerdings noch sagen kann ist, dass “Herr Merkt spricht über HipHop” vor ungefähr vier Jahren aus einer spontanen Laune heraus bei hiphop.de gegründet wurde und nach ca. einem halben Jahr zur noch immer verwendeten Plattform Blogger wechselte. Seinerzeit war es ein Hauptargument, den Blog zu gründen, um dem negativen Image der HipHop-Szene in der Öffentlichkeit ein wenig entgegen zu wirken. Nicht jeder HipHopper ist ein bildungsallergischer Kleinkrimineller.

Wie fällt dein Résumé 4 Jahre später aus. Hast du es geschafft Rap (Hip-Hop) ein wenig in das rechte Licht zu rücken und die Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu verändern?

Aktuell meine ich in der Tat ein Umdenken in der Öffentlichkeit festzustellen. Vermutlich wäre es aber vermessen anzunehmen, dass dies an “Herr Merkt spricht über HipHop” liegt. Vielmehr würde ich diesen Wandel an Künstlern wie Casper und Marteria festmachen, die intelligenten HipHop wirklich wundervoll repräsentieren.

Inwiefern “Herr Merkt spricht über HipHop” dazu beiträgt, anspruchsvolleren HipHop in der HipHop-Szene zu etablieren, müssen Andere entscheiden.

Als Person polarisierst du wie kein anderer Blogger in diesem Lande. Wie gehst du mit den negativen, zumeist anonymen Kommentaren um. Gab es Momente in denen du alle hinwerfen wolltest?

Anfangs tat ich mich sicherlich schwer im Umgang mit einigen negativen Stimmen. Damals stand “Herr Merkt spricht über HipHop” auch mehrfach kurz am Abgrund. In der Zwischenzeit habe ich aber gelernt, mit unfundierten Beleidigungen umzugehen und das Ganze als Quell’ der Unterhaltung zu betrachten. Dazu hat sicherlich auch der breite Zuspruch aus der aktiven HipHop-Szene beigetragen, der mich darin bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein. Bitte sehen Sie mir nach, dass ich an dieser Stelle keine Namen nenne, um die besagten Menschen zu schützen. Wenn die Kritik jedoch fundiert ist, dann versuche ich natürlich darauf einzugehen und die Kritikpunkte in Zukunft zu verbessern.

Um das Interview ein bisschen bunter zu gestalten, habe ich ein paar Fragen verschiedener mehr oder weniger bekannter Leute zusammengetragen, die gerade verfügbar und gewillt waren.

Gossenboss Mit Zett: Nehmen sie die Deutsche Rapszene ernst oder ist ein Grossteil ihrer Arbeit auch Satire ?!

Jeder, der mich persönlich kennt, wird Ihnen Brief und Siegel darauf geben, dass ich die deutsche Rapszene sehr Ernst nehme – wobei das natürlich von Künstler zu Künstler schwanken kann. Darüber sollte auch meine Ausdrucksweise nicht hinwegtäuschen.

Redakteur (möchte nicht genannt werden): Warum machst du so ein Bohei um deine Person? oder: Sind diplomierte Psychologen real?

Wer macht denn hier ein Bohei um meine Person? Wann habe ich das letzte Mal Bloggeburtstag gefeiert, ernsthaft mit Leser- oder Hörerzahlen geprahlt oder von Rappern verlangt, dass sie auf Kennenlernrunde-Tracks meinen Namen nennen?

Daher sehe ich “Herr Merkt spricht über HipHop” eigentlich als einen der letzten Blogs, in dem es wirklich um die Inhalte gehen soll, die eben durch einen speziellen Schreibstil mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dass das nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle, ist mir selbst klar, jedoch liegt dies nicht in meiner Macht. Allerdings bringe nicht ich immer wieder meinen Namen ins Spiel, sondern andere Menschen.

Zum zweiten Teil Ihrer Frage: Diplom-Psychologen sind natürlich real.

Lina Burghausen: Inwiefern sind Blogs wie “Herr Merkt spricht über Hip Hop” eine wirkliche Konkurrenz – vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht – für kommerzielle Hip Hop Magazine, gerade jetzt, wo es für die Printmagazine so schlecht läuft?

Ich fände es natürlich schade, wenn Menschen wegen “Herr Merkt spricht über HipHop” oder anderen Blogs Magazine wie die JUICE oder die Backspin nicht mehr kaufen würden.

Ich selbst sehe den Beitrag der beiden Medien zur HipHop-Kultur eigentlich komplementär. Kommerzielle Produkte wie die JUICE und die Backspin führen optimalerweise tiefgründige, wohl recherchierte Interviews mit den Künstlern und schreiben ausführliche Reviews, während Blogs wie “Herr Merkt spricht über HipHop” die Videos oder kostenfreie Kopiervorlage der entsprechenden Künstler präsentieren. Selbstverständlich gibt es bei “Herr Merkt spricht über HipHop” und in anderen Blogs auch Interviews und Reviews, aber bei weitem nicht in einer Bandbreite, in der dies professionelle Magazine leisten können und in der Tat leisten.

Wenn “Herr Merkt spricht über HipHop” jedoch irgendwelchen herzlosen kommerziellen Copy/Paste-Seiten mit LayerAds die Klickzahlen vermiest, dann wäre dies in der Tat ein Quell’ der Freude!

Donato: Was war deine erste, gekaufte CD?

Zum Glück fragen Sie nach CDs, da die erste MC richtig peinlich war. Die erste selbst gekaufte CD war Bravo Hits 6.

Den Titel der ersten richtig peinlichen MC möchte ich jetzt natürlich wissen.

Na gut. Meine erste MC war irgendwas von Die Flippers oder Patrick Lindner. Damals habe ich meine Eltern dazu gezwungen, mir das zu kaufen. Dabei sei natürlich erwähnt, dass ich in meiner Kindheit bis zu einem gewissen Alter gar keine Möglichkeit hatte etwas anderes zu mögen, da meine Eltern ausschließlich derartige Musik konsumierten.

Welche Blogs kannst du meinen Lesern ans Herz legen?

Ich lese gerne beim digitalen Flaneur, Rap ohne Lizenz, Generation Tapedeck, dem SplashMAG und NiKO’s Blog, wobei letzerer in letzter Zeit vor allem durch Inaktivität glänzt. Das WildstyleMag muss ich Ihren Leserinnen und Lesern sicherlich nicht mehr empfehlen!

Da hast du recht Martin. Wir freuen uns jedoch immer über neue Leser. Leute die gerne über den Tellerrand hinaus schauen und gute Musik zu schätzen wissen. Ich bedanke mich bei dir, warst ein netter Gast und darfst in Zukunft gerne wieder vorbeischauen. Die letzten Worte gehören dir.

Ich habe Ihnen zu danken. Ihre Leserinnen und Leser möchte ich abschließend dazu ermuntern, gute Musik finanziell zu unterstützen. Geben Sie sich einen Ruck!

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1 | tricky tess

Juni 13th, 2011 at 2:45 PM

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top idee, top interview!

2 | JD's Rap Blog

Juni 14th, 2011 at 11:52 AM

Avatar

Sehr geile Idee :)

3 | Wildstyle Magazine | Herr Merkt lässt kompilieren: Seff Wrights [Radio]

Juli 24th, 2011 at 7:57 PM

Avatar

[...] hatten wir den Herrn vor kurzem auf der Gast Couch sitzen. Die Fragen und Antworten gibt es hier. Tweet Tags: Herr [...]

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