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SummerJam [Bericht & Photos]

von Schoki am 17 Jul. 2010 in Allgemein|Photos
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Besser spät als nie kommen hiermit die Photos und der Bericht zum 25. SummerJam Jubiläum. Das war mein erstes SummerJam und ich muss sagen, ich wünschte ich wäre früher mal hingefahren. Nicht, weil es so unglaublich geil war, sondern weil es angeblich damals mal so gewesen sein soll und heute irgendwie der Vibe nicht mehr ganz stimmte. Bitte einmal weiterklicken für die übergeilen Photos und den Hater-Bericht (fast.)

Mir wurde in letzter Zeit gesagt, ich sei Hater. Das stimmt nicht, wirklich nicht, ich liebe das Leben und alle Menschen. Generell. Manchmal, situationsbedingt, würde ich aber echt gern mit handnahen Gegenständen auf Menschen schmeißen, meine Apfelschorle in Gesichter kippen, mein Räucherstäbchen in …ach. Mein Hass gilt den Bullen, den Veranstaltern, den Notgeilen und Fertigen. Er gilt den Unentspannten, die mich unentspannt machen. Sonst hate ich nicht.

Ich kam im Prinzip gerade von der viel zu fertigen Fusion, von der ich den Montag aufgrund Polizeikontrolle den gesamten Tag aufm Rastplatz verbracht hatte und wollte also nun drei Tage später wieder zelten gehen. Wohnt jemand von euch LeserInnen in Köln, kann von sich behaupten sehr sympathisch zu sein und würde mich/uns das nächste Mal aufnehmen? Ich hab echt keinen Bock mehr auf zelten. Morgens um 8, spätestens, nach 3 Stunden Schlaf, mindestens, weckt einen die nette Sonne. Dann ab an den See, Mundfäule, weiterpennen, sitzen, schwitzen, Gehirnmatsch durch Hitze und Ganja.

Wir hatten keinen Bock auf Festival. Eigentlich keine gute Voraussetzung, um auf eines zu fahren. Und somit kümmerten wir uns weder um ein Auto, noch um irgendetwas anderes und standen also um 13.00 Uhr am Freitag mit nem Pappschild „KÖLN“ an der Autobahn. Hat gut geklappt. Bis dann der Weg vom Kölner Bahnhof zum Fühlinger See genauso lang gedauert hat wie die Fahrt aus Hamburg  nach Köln. Und wieso müssen sie es der Presse immer so erschweren? Wiesoooo? Gehen die etwa davon aus, dass alle mit eigenem Auto und Hotelbuchung am Start sind?  Wir also vollkommen durchgeschwitzt und viel zu fertig, nochmal von der Bushaltestelle zur Esso Tankstelle, alles nochmal so gefühlte 2 Stunden gedauert. Gentleman kam gerade an und drängelte sich vor. Na super, den verpassten wir also gleich auch live. Genauso wie Nneka. Da hätten wir gleich Samstag kommen können. Irgendwann hatten wir dann unsere Bändchen, glitzerne Plastikteile, wo GUEST drauf stand. Wie schön. Wie unschön, dass beim Summerjam jedes Personalmitglied andere Infos hat und die Dame an der Esso Tankstellen-Bändchen-Ausgabenstelle für Besondere uns also sagte, die Presse hätte keinen extra Zeltplatz. Wir erfuhren später, dass dies nicht stimmte. Es war dann dunkel und wir hatten es auf irgendsoeinen „Zeltplatz“ geschafft.

Beim Summerjam campen die Leute ja echt überall. Dixikloscheiße im Vorgarten, egal. Mitten aufn Weg, egal. Wir fanden einen Platz, unter Bäumen, ein viel zu steiler Hang und wir konnten nicht pennen sondern rutschten runter. Das hieß aufbleiben bis es hell wird, alles wieder abbauen, neuen Platz suchen. Und tanzen gehen ging nicht, denn alle notgeilen Menschen Deutschlands hatten sich schier versammelt, um beim Summerjam n Mädel abzuschleppen.  War schon ziemlich zum kotzen der ganze Freitag. Hinzu kommt dieses unerträgliche Gefühl der Unsicherheit. Man würde am liebsten mitm Reiserucksack durch die Gegend laufen, um alle Wertsachen dabei zu haben. Hab beim Summerjam mehr für das Schließfach ausgegeben, als für Essen und Fahrt zusammen.

Samstag gehen wir dann also aufs Festivalgelände, ewig lange Schlange, Hitze, mir lief der Schweiß schon vom Nichts-Tun den Rücken hinunter. Die Frau hat bei meiner Freundin die gesamte (Mini-)Tasche auseinandergenommen, sogar am Räucherstäbchen geschnüffelt, was das denn sei?!  Was geht..?!  Die haben einem Mädchen sogar ihr Deo weggenommen. Als sie dann meine Kamera erblickten, kam nur der ganz verachtende Blick und so ein empörtes „Näh, näh!“ Ich so: Was denn? Die so: Also eine Spiegelreflexkamera kannste bestimmt nicht mit aufs Gelände nehmen! Ich so: Bestimmt schon, hier mein Pass. Sie so: Achsooo, sag das doch früher, müsst hier garnicht anstehen!! Wusste nicht ob ich ihr für ihre allgemeine Unfreundlichkeit ins Gesicht spucken sollte oder meinen Speichel lieber zum Mundbefeuchten drin lasse sollte.

Samstag war sonst geil. Baden, See, baden, Wasser, Eis, kalt, yeaaah!   D-Flame hat das ganze echt gut gemeistert, um 13.00 Uhr in der brennenden Hitze im weißen Anzug auf der Bühne zu stehen. Zu Danakil & General Levy aus Frankreich sind wir so krass abgegangen, dass der Wind gleich mitgefeiert hat und sich dann so über die Show gefreut hat, dass er seine Freunde die Wolken rief, und die fanden die Musik so gut, dass sie alle Hemmungen fallen ließen, und das Wasser lief eimerweise. Natur, Leute und Musik waren eins. Wir sind so durchgedreht! Als die Show vorbeit war merkten alle, wie doll es eigentich regnet. Dann hieß es Unterschlupf suchen, Shisha Zelt, Dub Mucke, Pfefferminz Tee, trocknen. Dann kamen Turbulence & Luciano, sehr nice, Julian Marley & Uprising, auch sehr nice mit einem kleinen Gastbesuch von Bruder Damian, dann Soja (wo man absolut NICHTS gehört hat, weil Summerjam Sound anscheinend immer scheiße ist) dann Capleton und zum krönenden Abschluss Nas & Damian Marley. Was für ein schöner Tag.

Sonntag war ok. Machel Montano, oder vielmehr seine Crowd, sind unglaublich durchgedreht. Gil Scott-Heron, mein Haupt „ich-geh-zum-Summerjam“-Grund kam nicht, seine Band lungerte dann da rum und war genervt. Blumentopf spielten irgendwann, bei Max Herre sind wir alle fast eingepennt, Toots & The Maytals war ganz cool.

Als wir Nachts zum Zelt gingen sprangen uns 6 Polizisten, ausm Wald kommend an und schrien herum, was wir bei diesem Zelt wollten, ob es unseres wäre, brüüüüüüll, aaaargh. Ich dachte: Scheiße, jemand hat böse Drogen in unser Zelt gepackt und die Pigs haben da reingeguckt und jetzt ist alles aus. Was für ein kranker Gedanke. Aber das kommt, wenn man nix verbrochen hat und die einen so angrunzen. Irgendwann haben die sich dann beruhigt und meinten, sie dachten wir wären Diebe. Ja. Und was nützt jetzt eine Ausweiskontrolle? Steht da etwa die Zeltadresse drauf? Beim See hinten links, am Laserbeamer vorbei, aber noch vor der Wasserstelle, zweite Reihe, silber.

Wir entschlossen uns zudem nicht im Zelt zu pennen, weil immernoch auf nem Hang pennten, und gingen zur Dubmucke Stelle, wo wir dann von sehr unfreundlichen, viel zu sehr von sich überzeugten scheiß Securities unbequem geweckt wurden. „Na, ihr Chiller, chillt euch mal wo anders hin! Hier ist jetzt dicht! Wir arbeiten, wir chillen nicht! Hah, da liegt auch noch ne Tüte, kannst ja nochmal ziehen, kustig lustig.“ Das waren die ersten Worte. Wir so, hey, alles gut, wir müssen erstma wach werden, wir gehen ja. „Ja, seid froh, dass ihr nicht an unsere Kollegen geraten seid, die kennen keinen Spaß. Und jetzt verpisst euch, na los, hier ist jetzt dicht, nichts mit chillen und kiffen!“ Ich hab die Tüte angesteckt. Gute Nacht. Und ab nach Hamburg.

Hier nun die Photos eines kurzen, grausam-schönen Urlaubs am Fühlinger See, mitten in Kölns Plattenbausiedlung.

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