ingredients blog: Negundo – “No Icecream for Frieda” [Interview + Video]
von Ombre am 07 Jun. 2010 in Exclusive Interviews|Videos
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Darf ich vorstellen?! Das ist Frieda. (Aber mehr dazu gleich!) Heute ist wieder Zutaten-Zeit! Das kleine Zauber-Gefühl-Seelen-Intermezzo geht in die Zweite Runde und nimmt Euch mit in die tiefen Weiten Mitteldeutschlands. In ein Bundesland, wo der Hund irgendwo zwischen Harz und Elbe “begraben” liegt – Sachsen Anhalt.
Hier kann man sich nur selbst helfen, indem man versucht etwas zu bewegen, kreativ wird und stehts mit dem Herz in der Hand, durch das Fenster zum Hof, auf die weite Welt blickt. Der Produzent Negundo betreibt diese Art der Selbsthilfe seit Jahren erfolgreich und schenkt uns mit “No Icecream for Frieda” ein Stück mehr gute Musik. Der symphatische Schönebecker hat sich noch einem kleinen Frage-Antwortspiel gestellt, welches einige “Zwischenfragen” klären sollte.
WildstyleMag.com: Viele werden sich jetzt fragen: “Wer ist Frieda und warum bekommt sie verdammt nochmal kein Eis?” Was hat es damit auf sich?
Frieda ist mein “Kampfhund” (in Echt!!!). Ich saß mit einem Freund zusammen und wir haben über einen Titel für ein Album, das schon zu 3/4 fertig war, nachgedacht. Dabei gab es Eis und Frieda wollte natürlich auch etwas abhaben. Nun, da man ja aus erzieherischen Gründen sowas unterlassen sollte und Hunde sowieso kein Eis und keine Schokoladen bekommen dürfen, meinte ich so “Frieda, es gibt kein Eis”. mein Kollege meinte dann “No Icecream for Frieda”. Da sich das ganz witzig angehört hat, wurde das der Titel.
Schon seit mehreren Jahren ist er nun dabei schöne Beats für andere Musiker zu produzieren. In all den Jahren entstanden Freundschaften und Kooperationen, die der Idee eines Produceralbums recht förderlich waren. Mittlerweile gibt es das dritte Werk des Schönebeckers zu hören, welches nicht nur durch seinen Klang besticht.
WildstyleMag.com: In Schönebeck gibt es ja kaum neue Einflüsse, woher holst du dir Inspiration?
Stimmt, hier ist nicht viel los. Inspiration hole ich mir unter anderem auf Konzerten. Ich bin eher “Einer aus den hinteren Reihen”, der die Musik etwas analytischer betrachtet. Ich denke mal, dass geht jedem Beat-Bauer so. Bei MC’s wird es wahrscheinlich ähnlich sein. Ansonsten finde ich es gar nicht so schlimm, etwas abgekapselt zu sein. Zu viele Einflüssen können auch davon abhalten, Dinge auf den Punkt zu bringen.
Privat höre ich neben Rap auch andere Musik z.b. Soundtracks, Punk, Metal etc. Das Cover kommt in einer frischen Hellblau-Pink-Weiß-Kombination daher und erinnert an eine simple druckgrafische Arbeit. Zu sehen ist ein Abbild von Frieda und Negundo’s kleiner Beat-Icecream-Bus. Dies, einige weitere grafische Spielereien und die knalligen Farben verleihen dem Cover einen Hauch 80ger-Trash-Style.
WildstyleMag.com: Neben dem Produzieren bist du auch als Grafiker tätig. Designst du all deine Cover selbst? Welche Rolle spielt für dich die Hülle im Zusammenhang mit deiner Musik?
Naja, Grafiker nicht so richtig, ist eher ein Zuverdienst. Meine letzten Cover und auch Einige für meine Crew habe ich selbst gemacht. Das Aktuelle ist von Netik. Er ist MC und angehender Industriedesigner. Er arbeitet mehr auf der grafischen Schiene und weniger mit Fotos. Ich finde, dass er unglaublich viel Talent hat. Als ich ihm damals den Titel nannte, hatte er gleich ein paar Ideen im Kopf und 2 Tage später war die Rohversion schon fertig.
Den Zusammenhang zwischen Optik des Albums und der Musik ist generell nicht ganz so wichtig, da ja die Musik im Vordergrund stehen soll. Aber ich mag es, wenn das fertige Produkt eine runde Sache ergibt, dazu zählt auch die Aufmachung. Ich habe viel Wert darauf gelegt, dass dieses Album kein x-beliebiges Cover hat. Dieses Typische, haupsächlich schwarz, mit brachialen Schriften und frontal-posing Fotos usw, ist nicht mein Ding.
Den Hörer erwarten entspannte, solide und auch verspielte Beats in Kombination mit gutem Rap aus den verschiedensten Ecken der Welt. Die Liebe zum Detail und die musikalische Vermittlung eines Lebensgefühls machen dieses Produceralbum so wunderbar. Künstler wie Herr von Grau, Choleriker, Epic Sonn und viele Andere haben sich auf “No Icecream for Frieda” verewigt.
WildstyleMag.com: Wie funktioniert die Auswahl der Künstler für deine Beats?
Die Künstler suche ich mir teils regional bei Auftritten/Shows oder im Internet. Mir ist dabei wichtig, dass die MC’s und Crews einen, meiner Meinung nach, gefestigten Flow haben. Mir ist egal, wie bekannt sie sind. Einige der Künstler kannte ich schon länger und wollte immer mal ein Projekt mit ihnen starten. Am Ende ergab es dann diese Mischung. Die Beats suche ich zum Großteil vorher zusammen und schicke sie dann rum. Jeder kann sich dann was Passendes rausgesuchen.
WildstyleMag.com: Für welchen Künstler, mit dem du noch nicht gearbeitet hast, hättest du deiner Meinung nach den perfekten Beat schon gebaut?
Hmmm…schwer zu sagen, da ich teilweise von der Auswahl immer wieder überrascht wurde/werde. MC’s von denen ich dachte sie würden genau diesen oder jenen Beat nehmen, haben sich vollkommen anders entschieden. Mit der Auswahl war ich aber immer zufrieden. Es gibt immer Stücke bei denen man denkt sie würden zu einem bestimmten Rapper “passen”. Jedoch könnte ich mir Donato auf einem Teil gut vorstellen oder Mädness.
Vor einigen Wochen wurde das erste Video zu einem Track dieses Albums gedreht. Es handelt sich um eine Kollaboration mit, dem aus Frankreich stammenden Rapper, Zoen. Der Track trägt den Titel “A Cet Instant”. Negundo liefert ein Klangerlebnis ab, welches an Zugfahren und Gleisspaziergänge erinnert. Genau diese Assoziationen wurden auch im Video verarbeitet. Aber seht selbst wie der Zug vorbei rollt.
In der kleinen Stadt, Schönebeck an der Elbe, passieren also großartige Dinge, die so atemberaubend strahlen und alle Tristesse ihrer Umgebung in Vergessenheit geraten lassen. Wie sagte Max schon so passend: ” Es ist nicht wo Du bist, es ist was Du machst!”. Und es scheint als gäbe es Menschen, die sich dieses Motto zu Herzen nehmen. Sehr beruhigend! Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack :
Negundo “No Icecream For Frieda” Snippet by GrammatikFreieZone


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1 | Nael
Juni 7th, 2010 at 14:40
Mir bislang unbekannt, aber das Snippet hört sich richtig geil an. Danke für den Tipp.
2 | Marlo
Juni 8th, 2010 at 12:24
Schönes Ding! Muss ich gleich mal schauen wo ich das bekomme.
3 | ombre
Juni 8th, 2010 at 18:41
du kannst einfach negundo bei hhv.de eingeben und bekommst dort alle weiteren infos :) ich freu mich dass es dir auch so gefällt… lieben gruß! Ombre
4 | Fantom
Juni 11th, 2010 at 03:40
super blog! habe die cd. :) mein lieblingssong ist der mit herr von grau. französisch verstehe ich leider nicht auch wenn die songs gut klingen. aber richtig fühlen kann ich neben nur was ich verstehe. peace
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