PH7 – “Das Gefühl auf Hot97 zu laufen war komisch. Aber gut” [Interview]
von Seff Wrights am 05 Mai. 2010 in Exclusive Interviews
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Planet Asia, Rakaa Iriscience, Edo G, Skyzoo, Supastition, Black Milk, Guilty Simpson, Oddisee, Pumpkinhead, Edgar Allen Floe, Median von der Justus League, Kev Brown und viele, viele mehr. Es ist eine beeindruckende Feature-Liste, mit der die beiden Kölner Produzenten JR und PH7 für ihr 09er Debütalbum “The Standard” aufwarteten. Das neue Album steht bereits in den Startlöchern und soll im Sommer erscheinen. Zeit also PH7 wieder zu kontaktieren und ihm ein paar Fragen zu stellen. Enjoy!
WildstyleMag.com: Irgendwelche erste Worte?
Ehmm nö. Hallo und so.
WildstyleMag.com: The Standard ist ja schon einige Monate draussen. Wie war das Feedback?
Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem Feedback! Wahrscheinlich habe ich auch nur das positive mitbekommen bzw. gesagt bekommen. Am krassesten war schon das Gefühl, wenn DJ Premier ein Lied von einem im Radio zockt oder man gesagt bekommt, dass ein Track eben auf Hot97 lief. Das ist komisches Gefühl, komisch aber gut!
WildstyleMag.com: Wir haben uns schon ein paar Mal unterhalten. Ich hatte und habe das Gefühl, dass Du dir in erster Linie mit der Platte einen eigenen Traum erfüllt hast.
Natürlich. Wir haben keinen Pfennig mit dem Album verdient. Dafür habe ich eine schöne 2LP im Regal zu stehen, über die ich mich ein Leben lang freuen werde und mit der ich einige Erinnerungen verbinde. Wir konnten mit vielen Künstlern arbeiten, von denen ich selber Platten besitze und von denen ich “Fan” bin. Insofern ist es schon ein Traum, den wir uns erfüllt haben!
WildstyleMag.com: Du bist auf jeden Fall Realist und baust Dir mit deinem Studium ein Standbein auf. Was studierst du eigentlich?
Ich studiere Elektrotechnik mit Fachrichtung Nachrichten- und Informationstechnik. Auf Dauer nur Musik zu machen würde mein Gehirn irgendwie nicht fordern. Von daher ist das Studium ein schöner Ausgleich. Komischerweise ist es auch so: je mehr Stress ich in der Uni habe, umso mehr Musik mache ich um “runter zu kommen”.
WildstyleMag.com: Wieviele Semster haste noch?
Wenn alles klappt 2 bzw. 3 mit Diplomarbeit. Ich habe nur noch – wie es in Deutschland so schön heißt – Wahlpflichtfächer abzuarbeiten. Und ich bin Gott sei Dank noch auf Diplom!
WildstyleMag.com: Was sagst Du zu den Änderungen im Studiensystem?
In meinem Fall ist das schon komisch. Ich werde gleichzeitig mit Bachelorstudenten fertig, die denselben Stoff angeblich in drei Semestern weniger gelernt haben sollen als ich – und selbst mein Studium tötet schon. Von daher vertraue ich dem Ganzen nicht. Ausserdem steht man mit Diplom besser da als mit Bachelor. Der Master nach einem Bachelorstudiengang hat z.B. bei uns Fächer enthalten, die ich jetzt für mein Diplom als Wahlfach habe. Ich zweifel da ein bisschen an dem Ganzen.
WildstyleMag.com: Der Schuss geht also nach hinten los?!
Ich denke ja…
WildstyleMag.com: Wie sind die Chancen einen Job in deinem Fachgebiet zu bekommen?
Ganz gut, weil nur sehr wenige das Studium abschliessen. Kein Grund zur Sorge von meiner Seite aus. Ausserdem is die Studienzeit ja auch schön, man hat viel Zeit sich um seine Träume zu kümmern und Musik zu machen!
WildstyleMag.com: Welche Träume möchtest du dir auf jedenfall noch erfüllen?
Ein bisschen reisen, jetzt nicht unbedingt ein paar Monate am Stück, sondern hier und da mal und ein bisschen was sehen und erleben! Und natürlich die Musik, da lebe ich ja schon meinen Traum, weil ich eben machen kann was ich will und nicht was ich muss, weil ich damit Geld verdienen muss.
WildstyleMag.com: Wie hast du JR kennengelernt?
Das war bevor ich nach Köln gezogen bin, als ich mit Shuko und Brisk die “Blazing Heat” 12″ Single gemacht habe. Er hat sich damals um das Release gekümmert. Ein paar Monate später bin ich dann nach Köln gezogen und dann wurde daraus eine Freundschaft.
WildstyleMag.com: Wann kam dann die Idee ein Producer-Album zusammen zu machen?
JR hatte damals noch eine Deutschrap-Gruppe (Momentan), für die ich einige Beats gemacht und beim Mischen geholfen hatte. Kurz darauf hat JR mit Rise und Oddisee jeweils ein Lied aufgenommen, was eine Maxi werden sollte, die ich mischen sollte. Letztlich habe ich mit ihm die Songs noch ausproduziert, wovon sowohl er als auch ich begeistert waren. So hat das angefangen. Dann haben wir ein paar Beats zusammen gemacht, ab und an mit Rappern auf Tour aufgenommen, bis irgendwann aus einer 12″ Maxi ein Album geworden war – eben “The Standard”.
WildstyleMag.com: Wie schwer war es alle diese Rapper für dieses Album zu gewinnen?
Da bin ich der falsche Ansprechpartner, ha ha. Um die Sachen kümmert sich JR mehr und ich dafür um das Musikalische! Aber so schwierig war´s nicht. Ich mein die Beats sind nicht schlecht und klingen fett, was wahrscheinlich bei über 90 Prozent der Anfragen für Features nicht der Fall ist. Ausserdem kennt man immer einen Rapper, der einem wieder den nächsten vorstellt. Desweiteren hat JR ja auch ein halbes Jahr in New York bei Seven Heads gearbeitet und kannte dadurch schon den ein oder anderen Typen.
WildstyleMag.com: Wie kam es zum Albumtitel. Oft ist der Standard ja ein eher verpöhnter Begriff.
Wir wollten eben unseren Standart einführen und den Leuten zeigen, was wir machen und wie wir auch gerne hätten, dass ein Album klingt. Ich denke wir haben auf jeden Fall einen schönen durchgehenden Sound, so dass das Album auch “rund” klingt, nicht wie ein Sampler, was bei vielen Producer-Alben leider der Fall ist.
WildstyleMag.com: Das Album hat meiner Meinung nach den klassischen Boom Bap Sound und erinnert mich an die goldenen Zeiten des New York Hip Hop.
Den Sound von damals habe ich sehr gefeiert und wahrscheinlich dewegen auch angefangen Musik zu machen. Was jetzt aber nicht heißt, dass ich nur Boom Bap mag und/oder mache. Ich finde zu den Künstlern, mit denen wir gearbeitet haben, passt der Sound gut. “The Standard” ist eben auch ein Album mit positivem Vibe geworden. Das mag ich daran.
WildstyleMag.com: Du bist ja ein enger Freund von Martin (Stieber). War dir seine Meinung zum Album wichtig? Hast du ihm während der Produktion auch Tracks vorgespielt?
Ja natürlich war mir das wichtig. Ich mein Martin hat auf jeden Fall mehr Erfahrung als ich und von daher war ich schon gespannt was er denkt! Ich habe ihm das Album auch schon Monate vor der VÖ gegeben und auch während wir daran gearbeitet haben hier und da mal ein Lied bzw. Beat gezeigt. Ich glaube Martin fand das Album auf jeden Fall cool. Es gab bestimmt einige Nummern, die ihm jetzt nicht 100%ig zugesagt haben, aber auch andere die er richtig abgefeiert hat!
WildstyleMag.com: Mit einem Producer-Album auf Tour zu gehen gestaltet sich, denke ich, sehr schwierig.
Ja leider. Aber zum zweiten Album planen wir eine Art Tour. Wir versuchen zwei oder drei Rapper, die auf dem Album sind, zusammen auf Tour zu schicken. JR und ich legen dann vor, während und nach den Gigs auf.
WildstyleMag.com: Wo du das zweite Album ansprichst. Seid ihr schon mittendrin was die Arbeit angeht? Wird es wieder ein Ami-Feature-Album werden? Oder geht ihr in eine komplett andere Richtung?
Das zweite ist schon fertig und wieder mit verschiedenen amerikanischen Rappern. Soundmäsig nur ein bisschen, d.h. es gibt zwei bis drei Nummern die auch partytauglicher sind und nicht so verträumt, wie vieles auf dem ersrten Ding. Trotzdem bin ich mir sicher, dass jeder, der “The Standard” mochte, auch den nachfolger feiern wird.
WildstyleMag.com: Sind deutsche Rapper keine Option?
Naja nicht wirklich, ganz einfach weil mir keine deutschen Rapper einfallen, die auf den Sound den wir machen passen würden. Von daher eben nicht.
WildstyleMag.com: Du stehst doch aber auf verschiedene Sounds?
Ja auf jeden Fall, aber ich finde ein Album sollte in sich stimmig sein. Den Sound, den wir beide machen, empfinde ich als sehr stimmig. So sollte es auch bleiben.
WildstyleMag.com: Es wird also immer Boom Bap bleiben, wenn ihr zusammen was rausbringt?
Auf jeden Fall organischer Sound. Eben Musik mit “Wärme”. Da sollte man kein Halftime-Synthesizer-Gewitter erwarten.
WildstyleMag.com: Wann wird das Album voraussichtlich erscheinen und über welches Label?
Da steht gerade alles in den Endzügen, von daher kann ich noch nichts genaues sagen. Aber zumindest wird jetzt im Mai eine neue 7″-Single kommen, die ich super finde. Und im Sommer irgendwann eine EP zum bzw. kurz vor dem Album.
WildstyleMag.com: Letzte Frage. Wer ist eigentlich für eure geilen Grafiken (Cover, Shirtdesigns. etc) verantwortlich?
Das is der Sebo den uns Adidas netterweise immer ausleiht. Haha. Da bin ich echt froh, dass wir ihn haben!


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1 | Tweets that mention Wildstyle Magazine | PH7 – “Das Gefühl auf Hot97 zu laufen war komisch. Aber gut” [Interview] -- Topsy.com
Mai 5th, 2010 at 12:34
[...] This post was mentioned on Twitter by WildstyleMag.com. WildstyleMag.com said: NEU: PH7 – "Das Gefühl auf Hot97 zu laufen war komisch. Aber gut" [Interview] http://bit.ly/aNRP4J #Producer #CoolCologne [...]
2 | Michael
Mai 9th, 2010 at 00:11
ein neues album. geil geil geil. fettes interview weil sehr informativ. daumen hoch
3 | Wildstyle Magazine | PH7 – “Wird mal Zeit für ne spontane Wohnungsdurchsuchung bei ihm!”[Interview]
Juli 29th, 2010 at 16:05
[...] ungern ein zweites mal. PH7 gehört zum Glück nicht zu dieser Gattung. Das Gegenteil ist der Fall. Ph7, dessen bürgerlicher Name eigentlich Peter ist, nimmt nie ein Blatt vor den Mund und macht es [...]
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