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Maxeel – “Das HipHop-Paradies”

von Mareen Wordoff am 05 Jan. 2009 in Exclusive Interviews
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41/250 – Gesichter deutscher Rap-Kultur: Damals Graffiti-Writer, heute Rapper, zwischendurch Breakdancer, aber auch Beatboxer. Kaum jemand hat sich in so jungen Jahren dermaßen intensiv mit der HipHop-Kultur auseinandergesetzt, sie förmlich gelebt, wie Maxeel. Wir trafen das Märkische Jung-Talent ganz entspannt bei einer Tasse Kaffee und plauderten mit ihm über die Vorstellung “HipHop mal ganz entspannt”, die Naturelemente und die harte Arbeit vor dem Lohn.

Dein erstes Album hast du damals Paradies genannt. Was bedeutet dir das Paradies – als einen Ort, den niemand kennt?

Maxeel: Für mich ist das Paradies ein unfertiger Ort. Ein Traum, dem ich versuche, jeden Tag näher zu kommen und für den ich hart arbeite. Man entwickelt sich ja ständig weiter und so verändert sich auch die Bedeutung dieses Ortes. Für jeden ist das Paradies etwas anderes. Ich habe mein Album damals aber nicht Paradies genannt, um mich irgendwie perfekt zu fühlen und den Leuten zu sagen: Was ihr macht ist scheiße, dass hier ist das Beste.

Es ging viel mehr darum, einen Anfang zu machen und der Vielfältigkeit des Albums einen passenden Titel zu geben. Am Ende ist für mich das Paradies wirklich mehr ein Streben, wie auch in der Religion. Das Paradies kannst du nicht erschaffen, du arbeitest dafür um es vielleicht irgendwann zu sehen oder auch nicht.

Was wäre in diesem Sinne das HipHop-Paradies für dich?

Maxeel: Ein HipHop-Paradies? (überlegt) Ich glaube solange wir alle Menschen bleiben, werden wir das wohl nie erleben. Gerade Rapper sind sehr egoistische Menschen und jeder zieht gerne sein Ding ab, anstatt wirklich für eine Sache zu stehen. Aber klar, das Paradies wäre wenn wir alle ein schönes Leben voll mit HipHop ohne Verpflichtungen und Stress führen könnten. Jeder würde sein Ding aus den Elementen dieser Kultur abziehen und alle leben friedlich miteinander. Wäre aber auch irgendwie langweilig, oder?

Vielleicht ist es schon ganz gut so wie es ist. So bleibt die ganze Sache immer in Bewegung. Kein Einfluss ist schlecht, es ist nur schlecht wenn niemand mehr etwas für die Sache tut. Die Entwicklung ist wichtig und ich glaube, dass jede Phase die HipHop bis jetzt irgendwie durchgemacht hat, prägend war.

Du bist seit 1996 in der Graffiti-Szene unterwegs. Welche Verbindung siehst du als die Stärkere an: Graffiti oder das Rappen?

Maxeel: Definitiv das Rappen. Ich habe auch nicht wirklich mehr die Zeit und die Nerven um Nachts raus zu gehen und zu malen, obwohl ich erst 22 bin. Aber ich liebe es immer noch und freue mich zu sehen, dass viele Leute noch immer aktiv sind und den ganzen Stress mit der Polizei und der Justiz auf sich nehmen. Denen gebührt ein enormer Respekt.

Ordne die vier Grundelemente MCing, DJing, B-Boying und Graffiti den Naturelementen Wasser, Feuer, Erde und Luft zu!

Maxeel: (lacht) Die Frage ist cool. MCing ist definitiv Feuer – es brennt immer, ist durchaus gefährlich und hat zwei Seiten. Es kann schützen aber auch viel zerstören. Das DJing würde ich dem Wasser zuordnen. Es treibt über die Musik auf alle anderen Elemente über, wie Wellen. Und ohne einen DJ ist ein wirklicher MC auch nichts. Graffiti könnte man als die Erde betrachten. Damit hat alles angefangen. Graffiti gab die Grundlage für diese Kultur, die wir alle so lieben. Im B-Boying sehe ich die Luft: Beweglichkeit und Leichtigkeit vereint. Das würde ein tolles Bild zusammen ergeben. (grinst)

Inwiefern hat dein bisheriges Leben deine musikalische Entwicklung beeinflusst?

Maxeel: Ich habe besonders als ich jünger war, sehr viele schlechte Sachen gemacht. Vieles davon hätte ich besser sein lassen sollen, aber auch solche Erfahrungen gehören dazu. Sie haben mich und sicher auch meine Musik geprägt und haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Mein Geist, meine Liebe und meine Musik wären ohne all das vielleicht komplett anders.

Mein Leben ist ein Abenteuer und das ganze Musikding ist ein ewiger Seiltanz, aber ich bin froh den Mut gehabt zu haben, diesen Weg gegangen zu sein. Auch wenn die letzten 2 Jahre voller Rückschläge waren, habe ich nie aufgegeben und am Ende habe dafür meinen verdienten Lohn bekommen. Es kommt halt immer nur auf einen selbst an.

Viele Rapper denken alles kommt von selbst, verlassen sich auf ihr Marketing und ihre Promoter, aber niemand wird ihre Musik so gut verkaufen können wie sie selbst. Wenn man nicht mehr hinterher ist, dann läuft es nicht. Das ist eine goldene Regel. Am Ende wundern sich dann alle, warum sie trotz großen Label-Support nur 2000 CDs verkauft haben. Ich möchte nah an den Menschen sein und ihnen zeigen wer ich bin und was ich bin und dabei auch gute Musik machen.

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