Grizzly & Shot – “Pizza, Playstation und Träume!”
von Mareen Wordoff am 26 Jan. 2009 in Interviews
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39/250 – Gesichter deutscher Rap-Kultur: Unter den Rookies der deutsches HipHop Szene haben sich Grizzly & Shot im Laufe der letzten Jahre vor allem auf Freestylebattles und Jams so einigen Respekt erbattelt. Die aus Bayern stammenden Jungs, sprachen mit uns – fast Dialektfrei - während ihres kurzen Berlin Trips über Gedanken, die nicht still stehen wollen, Selbstzufriedenheit in dieser anspruchsvollen Zeit und die Erinnerung an Kool Savas Kult-Mixtape “Savas goes Hollywood”.
Ihr habt einen Track, der heißt Träume. In diesem Sinne: Was bedeuten euch Träume?
Shot: Träume, in Verbindung mit “Ziele haben”, bedeuten mir persönlich total viel. Ich denke, man braucht im Leben immer etwas, worauf man hinarbeitet. Egal ob es nun ein Hobby ist, wie bei uns die Musik oder im Beruf. Klar muss man auch Dinge schaffen, die nicht so wichtig sind und einfach in den Tag hin einleben. Im Sommer schwimmen gehen, eine Pizza essen oder einfach mal den ganzen Tag Playse zocken.
Aber am Ende braucht man dann doch etwas, worauf man am Abend stolz sein kann. Ich bin leider ein sehr ehrgeiziger Mensch und manchmal denke ich mir: Chill’ doch einfach mal und hör’ auf dir Stress zu machen. Aber der Kopf steht einfach nicht still und man denkt immer daran, seine Träume zu verwirklichen und kann dann einfach nicht entspannen. Es ist so eine Art Segen und Fluch zu gleich.
Was macht euch glücklich?
Grizzly: Oh. (lacht) So einiges. Aber ich glaube, es kommt drauf an, damit zu frieden zu sein, was man hat. (überlegt) Eigentlich kann man auf diese Frage alles oder nichts sagen.
Shot: Na, dann sag halt alles.
Grizzly: Ich glaube, die Kunst besteht darin, mit dem Moment zu frieden zu sein, in dem man keine Probleme hat und alles passt. Wenn man mit dem Status Quo zufrieden ist, dann hat man glaube ich, alles erreicht und kann auch positiv in die Zukunft schauen.
Shot: Ich glaube auch, dass das sehr viel mit Selbstzufriedenheit und Selbstfindung zu tun hat. Verbunden mit Frage eins, wohl auch darin, dass man seine Ziele und Träume erreicht. Der andere findet seinen Frieden darin, dass er sagt, eh ich hab die ganze Zeit nur gechillt, aber ich bin cool damit. Ein anderer reißt sich täglich den Arsch auf, erreicht Ewigkeiten nichts, aber ist trotzdem happy. Aber das Ding ist, hauptsche du hast ein Ziel. Ziele haben bei mir sehr viel mit Glück zu tun.
Im HipHop gibt es schon immer so etwas wie eine Mixtape-Kultur – in Übersee mehr als in Deutschland. Wie steht ihr dieser Kultur gegenüber?
Grizzly: Mixtapes sind grundsätzliche eine sehr gute Sache. Als unbekannter Künstler hat man die Möglichkeit mit fetten, bekannten MCs – wie z.B. Grizzly & Shot (lacht), nein Spaß – auf einem Tape zu sein und sich somit einer größeren Masse zu präsentieren. Auch hat man so einen geilen Mix von vielen Rappern, das Problem ist nur, dass viele dieser Rapper dann oft nicht gerade alles zerschiessen, was sich Beat nennt und andere sich nicht so viel Mühe geben, weil es eben “nur” ein Mixtape ist.
Wir jedenfalls haben uns vorgenommen, egal wofür – wenn es veröffentlich wird, muss es einfach rocken! Ach ja und ohne Mixtapes wie Savas goes Hollywood würde ich vermutlich schon lange nicht mehr rappen! So viel Mist kann man einfach nur auf einem Mixtape machen und das macht denke ich auch, diese Kultur aus. Ausprobieren, Mist bauen und am Ende feiern es die Leute. Thats it!
Seht ihr in Größen aus Amerika wie Jay-Z, Nas, Timbaland, Kanye West auch eine Art Vorbild?
Shot: Vor allem in Sachen Producing, Kombination vieler Musikstile, Gesang, Beats, Flow auf jeden Fall. Man kann sehr viel von den Boys aus Übersee lernen, vor allem was Professionalität angeht. In Sachen Texte, feiern wir vor allem aber sehr die deutschen Sachen. Grizzly aber ist überkrass verrückt nach Big L’s Flow.
Grizzly: Auf jeden, der geht ab. (lacht)
Würdet ihr gern mal Identitäten tauschen?
Shot: Eigentlich nicht. (lacht) Shot ist so krass der Perfektionist, das würde ich nicht aushalten. Außerdem kauft er seine Klamotten in Deutschland, ich in Albanien. Heißt: mir würde eine Stange Geld im Monat dafür flöten gehen. Er bezahlt für einen Pulli 60 Euro, ich sechs. (grinst).


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